Die 'Hien Sölde'
oder 'Alte Sölde' in Mitterfels ist ein Denkmalgeschützes
Kleinbauernhaus in Blockbauweise datiert auf das Jahr 1436.
Die Hien-Sölde in Mitterfels ist ein Kulturdenkmal von besonderem
Rang. Es gibt im ländlichen Raum Niederbayerns und der Oberpfalz nur
insgesamt drei Objekte, die in das 15. Jahrhundert datiert werden können und
die zeigen, wie die einfachen Leute in dieser Zeit gebaut und gelebt haben.

Ein Bild von:
Franz Wartner von 1987

Die Hien-Sölde ist jedoch einmalig, denn sie ist das einzige
Bauwerk, in dem ein ganzes Erdgeschoss in Blockbauweise erhalten ist. In den
anderen Objekten sind nur Gebäudeelemente wie z.B. ein Zimmer erhalten
geblieben.

Ansicht West

Ein Herzliches Danke an Frau
Elisabeth Röhn
für dieses Bild.


Ansicht Süd


Kern der Hien-Sölde ist ein Blockbau von 1436 mit zeittypischen, großen
Querschnitten der Unterzüge in der Stube. Der Kniestock wurde 1617
aufgesetzt und seit 1865 überspannt ein mittelsteiles Satteldach das ältere
Holzgefüge und den rückwärtigen Stall-Anbau in Ziegelmauerwerk aus dem Jahre
1862. Auffallend sind der breite Hausflur, die geräumige Stube im
Erdgeschoss und der mit großen Fenstern erhellte Dachboden.
Um dieses zu den ältesten uns bekannten Blockbauten zählende Kleinod zu
erhalten und historisch gerecht wieder herzurichten, wurde am 30.März 2006
von interessierten Bürgern der Förderverein „Freundeskreis Historische
HienSölde Mitterfels e.V." gegründet.

Grundriss

Am 21. April 2008 konnte das Gebäude in Mitterfels, in der Burgstraße 37,
mit Grundstücksanteil vom Bayerischen Roten Kreuz erworben werden. Es ist nun
geplant, die bis vor wenigen Jahren noch bewohnte
Hien-Sölde in einer Form wieder dass einerseits ihr historischer Charakter
gewahrt bleibt und andererseits das
Gebäude für verschiedene kulturelle und soziale Zwecke in enger Einbindung
des angrenzenden Seniorenzentrums genutzt werden kann.
Im Vordergrund stehen nun die Bemühungen zur Beschaffung der erforderlichen
Fördermittel aus dem Denkmalschutz und den Entschädigungsfonds sowie die
Vorplanungen zur Umsetzung der Nutzungskonzepte. Daran anschließen werden
sich die Detailplanungen und die eigentlichen Restaurationsarbeiten.
Die Sölde (auch Selde) bezeichnet in Bayern Hof und Grund
eines Söldners (kein Soldat, sondern ein Kleinbauer), der
manchmal auch etwas Vieh besaß und in der Regel davon allein nicht
leben konnte.
Als Tagelöhner oder Handwerker musste er sich
zusätzlich noch etwas hinzuverdienen. Anders als die Bauern hatten
die „Söldner“ meist auch keine Pferde. Deshalb mussten sie statt der
Spanndienste „Handscharwerkdienste“ leisten. Bei den „Sölden“ – im
Gegensatz zu den „Höfen“ der Bauern häufig auch als „Gütel“ oder „Gütl“
bezeichnet – wird unterschieden zwischen
- dem Achtel-Hof/Gütl (Kleinhäusl)
- dem Sechzehntel-Hof/Gütl (Leerhäusl oder Bausölde)
- dem Zweiunddreißigstel-Hof/Gütl (gemeine oder bloße Sölde)
Diese Einteilung beruhte auf der Steuerkraft der Anwesen, die
sich aus den zugehörigen land- und holzwirtschaftlichen Flächen
sowie der auf manchen Sölden liegenden Handwerksgerechtigkeit
(z. B. Schmied, Schneider, Wagner, Schäffler, Bäcker, Kistler usw.)
ergab. Die Steuerkraft wurde immer wieder durch ein Gremium,
bestehend aus einem Vertreter des Grundherrn (Kloster oder Adliger)
und zwei oder drei Anwesenbesitzern aus der örtlichen Umgebung
geschätzt.
Aus Wikipedia
Die Position der
Hien Sölde in Wikimapia |
Das Ziel des "Fördervereins Freundeskreis Historische Hien-Sölde Mitterfels e.V."
ist es, einen möglichst großen Teil der Renovierungsarbeiten durch die
Vereinsmitglieder in Eigenregie unter Einbindung alter Handwerkskunst
durchzuführen.
Werden auch Sie Mitglied im Förderkreis und unterstützen mit Ihrem
Mitgliedsbeitrag die Arbeit
des
Fördervereins.
Quelle: Förderverein Freundeskreis Historische Hien-Sölde Mitterfels e.V.
Maria Birkeneder (1. Vorsitzende), Bayerwaldstr. 4, 94360 Mitterfels,
Telefon 09961/6555 Kontoverbindung: Konto-Nr. 383919, Sparkasse
Niederbayern-Mitte, BLZ 742 500 00. |