Geschichte der Burg Mitterfels
 














Stich von Michael Wening, um 1710

 

Die Rodung und Besiedlung des Mitterfelser Raumes begann ab 1060, als die Grafen von Bogen den Donaugau und Teile des noch wilden „Nordwaldes“ in Besitz nahmen. Um 1100 standen bereits die meisten der heutigen Einzelhöfe und Weiler.1104 gründeten die Grafen das nahe Kloster Oberalteich, dem zahlreiche Höfe unserer Gegend als Schenkung zufielen. Das Kloster beteiligte sich auch selbst an der weiteren Kolonisation. Zur Sicherung ihres Besitztums errichteten die Grafen eine Reihe Burgen und befestigter Wohnsitze. Für die zentral gelegene starke Festung Mitterfels wird erstmals 1194 ein Burghauptmann „Bercholdus de Mitterfels“ im Totenverzeichnis des Klosters Oberaltaich genannt. Seine Schwester „Gräfin Adelheid“ von Runding beschenkte das Kloster Oberalteich mit Gut und Kirche Kreuzkirchen und verpflichtete es zur kirchlichen Betreuung des Mitterfelser Raumes.

 
 


1223 Erste Erwähnung des Ortes Mitterfels, als Papst Honorius III. die dortige Kirche unter seinen Schutz stellte.

1242 Mit dem Aussterben der Grafen von Bogen kommen die Wittelsbacher in
den Besitz der Burg und machten den Ort zum Sitz eines Landgerichtes,das rund 600 Jahre der gerichts- und verwaltungsmäßige Mittelpunkt eines großen Einzugsgebiets war.

1618 - 1648 Die Schweden erobern die Festung Mitterfels und verwüsten das Schloss.

1742 Während des Österreichischen Erbfolgekrieges erstürmen die Panduren unter ihrem Obristen Franz Freiherr von Trenck die Burg.

18. Jhdt. Errichtung des Churfürstlichen Schlosses auf den Resten des Palas. Es handelt sich hierbei um ein schlichtes barockes Pflegerhaus,
welches später als Amtsgericht diente.

1812 Der als Torturm konzipierte Bergfried stürzt ein.

1818 Unterstanden dem Landgericht Mitterfels 60 Gemeinden und
8 Schergenämter als Untergerichte.


1847 Letzte Hinrichtung auf Burg Mitterfels.

Heute ist in der Burg die Gemeindeverwaltung und das Heimatmuseum untergebracht.

Wappengeschichte: Das Schwert im roten Schildhaupt ist Symbol für die alte Hochgerichtsstätte und den seit 1332 nachweisbaren Sitz eines herzoglich bayerischen Landgerichts in Mitterfels. Die Feldfarbe Rot (Blutfarbe) verweist in der Heraldik auf Gericht und Landeshoheit.
Die bayerischen Rauten im vorderen Feld erinnern an die Herrschaft der Grafen von Bogen bis 1242 und daran, dass deren Erbe einschließlich der Rauten im Wappen an das Haus Wittelsbach und das Land Bayern gelangte. Tanne und Hügel spielen auf die Topografie an: Mitterfels liegt auf einem bewaldeten Höhenrücken des Bayerischen Waldes.


Quelle der Wappengeschichte:
Emma Mages http://www.hdbg.de/gemeinden2/index.php
Weitere Quellen: Ursula Pfistermeister - Burgen und Schlösser im Bayerischen Wald. 1997
Günther T. Werner - Burgen, Schlösser und Ruinen des Bayerischen Waldes. 1979
Gemeinde Mitterfels. und
www.burgenwelt.de

 
 
   
 
 
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